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Ukraine Krieg

Russland greift deutschen Hubschrauber über Ostsee an – Wurde scharf geschossen?

Bornholm / Lesedauer: 2 min

Was hat es mit dem russischen Angriff auf einen Marine-Hubschrauber der Bundeswehr auf sich und wurde sogar scharf geschossen?
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Wenige Tage nachdem bekannt wurde, dass mit Leuchtmunition von einem russischen Schiff aus auf einen deutschen Marine-Hubschrauber geschossen wurde, bleiben Fragen offen. Offizielle Stellen hüllen sich bislang bei Einzelheiten in Schweigen, doch was ist überhaupt über den Vorfall bekannt?

Gab es auch scharfe Schüsse?

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) erwähnte den Vorfall das erste Mal bei einem Nato-Treffen in Brüssel. Die Grünen-Politikerin kündigte an, dass die Überwachung von Pipelines und Datenkabeln in der Ostsee verstärkt werden solle. Der Schutz von kritischer Infrastruktur durch Patrouillen soll ausgebaut werden. Grund sei die Zunahme von hybriden Angriffen, die von Russland und seinen Unterstützern ausgingen. Als Beispiel dafür nannte sie den Beschuss eines deutschen Marine-Hubschraubers mit Signalmunition von einem russischen Schiff aus.

Wie danach bekannt wurde, sei das Schiff, genauer ein Tanker, in Begleitung eines russischen Kampfschiffes gewesen. Der deutsche Hubschrauber sei für Aufklärungszwecke 1000 Fuß (ca. 305 m) an die Schiffe herangeflogen, bevor er mit Signalmunition beschossen wurde. Diese wird im Normalfall nur Notsituationen benutzt.

Wie das Militärportal "Augen geradeaus" erfahren haben will, hätten die Russen jedoch nicht nur mit Signalmunition geschossen. Das Portal wird von dem oft von der ARD zitierten Experten Thomas Wiegold betrieben. "Außerdem wurden auf der dem Helikopter zugewandten Bordseite des Schiffes Schüsse mit einem Maschinengewehr abgegeben – ins Wasser", schreiben sie auf dem Portal. Der NDR berichtet, dass nach jetzigem Kenntnisstand lediglich ein einzelnes Besatzungsmitglied des russischen Tankers die Nerven verloren hätte. Im Nachhinein hätten sich die Russen per Funk bei den Deutschen entschuldigt.

Regierung hüllt sich in Schweigen

Brisant: Noch will sich, bis auf Baerbocks Randnotiz des Vorfalls, keine offizielle deutsche Stelle zu dem Vorfall äußern. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte im Vorfeld einer Regierungspressekonferenz lediglich, dass Regelverstöße auf See oder im Luftraum immer mal wieder vorkämen. „Und dann geht es darum, dass die Marine oder die Luftwaffe dann entsprechend besonnen reagieren, deeskalierend wirken“.

Auch Verteidigungsminister Pistorius (SPD) will in einem Interview mit dem Deutschlandfunk vom 05. Dezember nicht genauer auf den Zwischenfall eingehen. Einzelheiten solcher Zwischenfälle seien laut dem SPD-Mann nicht für die Öffentlichkeit relevant. Er beteuerte aber, dass es seit einiger Zeit eine deutlich erhöhte Präsenz russischer und chinesischer Kriegsschiffe in der Ostsee gebe. Auch mit Kampfjets würde Russland versuchen, Grenzen auszutesten und Reaktionen der deutschen Luftwaffe auf ihre Spielchen testen.