Infobox

Fakten

  • Aufnahmejahr: 2018
  • Verbreitung: deutschlandweit/weltweit
  • Zentraler Termin: ganzjährig
  • Bereiche: Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste; darstellende Künste; Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation

Das Welttanzprogramm (WTP), als inhaltliche und methodische Basis des Paartanzens, wird täglich von Tausenden von Menschen getanzt, in Tanzschulen unterrichtet, in Weiterbildungseinrichtungen vermittelt und in Vereinen gepflegt. Es ist ein gemeinschaftsbildendes und Grenzen überschreitendes System von inzwischen weltweit kommunizierten Bewegungsabläufen zu Musik. Das Paartanzen nach dem WTP steht grundsätzlich allen Menschen offen und  dient dem niedrigschwelligen Einstieg in den Paartanz.

Tanzen nach dem Welttanzprogramm verbindet Geschlechter, Generationen, Nationalitäten, Religionen und soziale Schichten. Als eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit  –  ob im religiös-kultischen Kontext, im höfischen oder bürgerlichen Umfeld, auf der Bühne oder bei Volksfesten, im privaten oder im gesellschaftlichen Leben – kommt dem Tanzen eine herausgehobene Rolle zu. Tanzen als international anerkannte Kunst- und Sportform verknüpft Kulturen verschiedener Länder und wirkt dabei im hohen Maße identitätsstiftend.

Ursprünglich umfasste das Welttanzprogramm elf Tänze: Die fünf Standardtänze Blues, Foxtrott, Langsamer Walzer, Tango und Wiener Walzer, die fünf lateinamerikanischen Tänze Cha-Cha-Cha, Jive/Boogie, Paso Doble, Rumba, Samba, sowie den Beat. 1979 ersetzte der Discofox den Beat, später kam noch Rock ’n’ Roll, Mambo/Salsa, Marschfox und Merengue hinzu. Jede Tanzschule wählt aus dem Welttanzprogramm die Tänze aus, die am besten zum Profil der Tanzschule und zur Klientel passen. Dabei ist es den Schulen freigestellt, Inhalte anzupassen und weiter zu entwickeln. Die Tanzanleitungen erlauben zwar eine gewisse Verschriftlichung, das Erlernen eines Tanzes erfordert in erster Linie jedoch das Potenzial zur kreativen Nachahmung. Weder Texte noch Videos ersetzen die Lehrenden. Essentiell sind die eigene Körpererfahrung und das Erleben von Bewegung zur Musik. Die Umsetzung von Musik in gemeinsame und koordinierte Bewegungen in einer umarmenden Tanzposition wirkt sich nachweisbar positiv auf Emotionen, das körperliche Wohlbefinden und soziale Kompetenzen aus.
 

In wohl keinem anderen Land wird Paartanzen nach dem Welttanzprogramm so intensiv gepflegt wie in Deutschland. Der regelmäßige Besuch einer Tanzschule und die jährlichen Bälle begleiten seit Generationen Kinder auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Auch schon die frühkindliche musische und motorische Bildung kann wertvoll für die Entwicklung von Kindern sein. Das spielerische Umsetzen von Rhythmen stellt eine wirkungsvolle Prophylaxe gegen Bewegungsmangel und Fettleibigkeit dar. Darüber hinaus sorgt der demografische Wandel für eine Erweiterung des Altersspektrums der Tanzenden: Seniorentanz, Rollator-Tanz und Rollstuhltanz werden inzwischen flächendeckend angeboten und stark nachgefragt. Auch dabei zeigt sich das Welttanzprogramm innovativ und bietet angepasste Bewegungsoptionen. Im Rahmen des WTP sind für den Paartanz sämtliche Geschlechtskonstellationen möglich.

In seiner Praxis verschreibt sich das Welttanzprogramm auch dem Zeitgeist und zeigt sich anschlussfähig an die Populärkultur: Das bei Jugendlichen sehr beliebte Format „Video Clip Tanzen“ greift Choreographien beliebter Künstlerinnen und Künstler auf und adaptiert sie für den Gruppentanz. Das Drogenpräventionsprojekt „Tanzen statt Sucht“, das unter der Schirmherrschaft der Bundesdrogenbeauftragten steht, nutzt ebenfalls die Tänze des Welttanzprogramms zur Sensibilisierung von Jugendlichen.

Kontakt

Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband (ADTV)
Jürgen Ball
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